HNO Privatpraxis Düsseldorf-Kaiserswerth

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Hörstörungen/ Ohrgeräusche/ Tinnitus

Eine Einschränkung des Hörvermögens kann verschiedene Ursachen haben. Die ohrmikroskopische Untersuchung gibt Aufschluss über die anatomischen Verhältnisse. Neben der Ohrmuschel werden der Gehörgang, das Trommelfell und die Paukenhöhle untersucht. Als "einfachste" Ursache für eine Hörminderung kann den Gehörgang verstopfender Ohrenschmalz (=Cerumen obturans) vorliegen. Nach einer Reinigung ist das Hörvermögen wiederhergestellt.

Anspruchsvoller zu behandeln sind Hörstörungen, die durch Erkrankungen des Mittelohres oder des Innenohres verursacht werden.

Nach der ohrmikroskopischen Diagnostik werden folgende Untersuchungsverfahren zur Abklärung einer Schwerhörigkeit eingesetzt:

Tonschwellenaudiometrie und Sprachaudiometrie beim Erwachsenen

Mit diesen beiden Untersuchungen kann das Ausmaß einer Hörstörung sehr genau und frequenzspezifisch ermittelt werden, indem die Wahrnehmungsschwelle für leise Töne und für Sprache gemessen wird. Grundsätzlich unterscheidet man eine Mittelohrschwerhörigkeit (=Schallleitungsschwerhörigkeit) und eine Innenohrschwerhörigkeit (=Schallempfindungsschwerhörigkeit).

Eine Mittelohr- oder Schallleitungsschwerhörigkeit tritt auf bei einer "Störung" im Bereich der Schallübertragung bzw. des Schallleitungsapparates. Hier kann z.B. eine Perforation (=Loch) des Trommelfells zugrunde liegen oder bei Erkrankung des Mittelohres eine Flüssigkeitsansammlung in der Paukenhöhle (=Paukenhöhlenerguss/ Mittelohrerguss) oder auch eine Schädigung der Gehörknöchelchenkette (=Hammer, Amboss und Steigbügel).

Bei einer Innenohr- oder Schallempfindungsschwerhörigkeit ist es zu einer Schädigung des Innenohres (=Cochlea/ "Hörschnecke") gekommen.

Bei kombinierten Schwerhörigkeiten sind beide Bereiche des Hörens beeinträchtigt. 

Sehr selten sind neurale Schwerhörigkeiten, deren Ursachen im Hörnerven oder Gehirn liegen. 

Die meisten Mittelohrschwerhörigkeiten können sowohl medikamentös als auch ggf. operativ behandelt werden.

Bei Innenohrschwerhörigkeiten hängt die Therapie davon ab, ob diese akut aufgetreten sind oder schon länger bestehen und wie groß die Einschränkung des Hörvermögens ist.

Bei akut aufgetretenen Innenohrschwerhörigkeiten im Sinne eines Hörsturzes mit oder ohne begleitende Ohrgeräusche wird je nach Ausprägungsgrad eine individuelle Infusionstherapie durchgeführt.

Ebenso behandeln wir akute Ohrgeräusche/ Tinnitus mit Infusionen.

Bei länger bestehenden ausgeprägten Innenohrschwerhörigkeiten mit entsprechender Einschränkung der Kommunikation kann eine Hörgeräteversorgung erforderlich sein, deren Anpassung durch einen erfahrenen Hörgeräte-Akustiker erfolgt.

Tonschwellen- und Sprachaudiometrie beim Kind / Kinderaudiometrie

Die Diagnostik von Hörstörungen im Säuglings- und Kleinkindesalter ist anspruchsvoll und bedarf besonderer Sorgfalt.

Unsere medizinischen Fachangestellten besitzen die hierfür erforderliche Fachkompetenz. Durch spezielle Weiterbildungen, regelmäßige Schulungen und unser internes Qualitätsmanagement wird das Wissen laufend erweitert und ist durch langjährige Berufserfahrung gereift. 

Abhängig vom individuellen Entwicklungsstandes des Kindes werden die jeweils auf das Lebensalter abgestimmten Testverfahren angewandt, z.B. die Reflex-Audiometrie, die video-unterstützte Spiel-Audiometrie oder die Freifeld-Audiometrie.

Das rechtzeitige Erkennen einer Schwerhörigkeit bei Kindern ist besonders wichtig, da Beeinträchtigungen des Hörvermögens zu einer Störung der sprachlichen Entwicklung des Kindes führen können.

Tympanometrie und Stapediusreflexmessung

Dieser Test überprüft hauptsächlich die mechanische Funktion des Schallleitungsapparates bzw. Mittelohres. Mittelohrergüsse („Paukenergüsse“, z.B. nach Mittelohrentzündungen oder bei vergrößerten Rachenmandeln/ "Polypen") lassen sich zuverlässig nachweisen. Des Weiteren kann mit dieser Untersuchung die Funktionstüchtigkeit der Gehörknöchelchen-Kette überprüft werden.

Über eine in den äußeren Gehörgang eingebrachte sehr empfindliche Drucksonde werden die Schwingungsfähigkeit des Trommelfells und das Reflexverhalten des Mittelohres untersucht.

Otoakustische Emissionen (TOAE)

Durch diesen hochsensiblen Test kann die Fähigkeit des Ohres, auf akustische Reize „Echos" zu produzieren, gemessen werden. Nur das gesunde Ohr ist hierzu in der Lage. Fällt der Test positiv aus, so liegt in der Regel ein weitgehend normales Hörvermögen vor. Lassen sich keine Otoakustischen Emissionen nachweisen, muss untersucht werden, ob harmlose oder ernstere Ursachen zugrunde liegen.

Da dieses Verfahren unkompliziert und unabhängig von der Mitarbeit des Patienten ist, kann es nicht nur bei Erwachsenen, sondern bereits vom 1. Lebenstag an bei Neugeborenen als sogenanntes Neugeborenen-Hörscreening durchgeführt werden.

Automatische Hirnstammaudiometrie (AABR) 

Mittels der AABR können kindliche Hörstörungen frühzeitig sicher ausgeschlossen oder erfasst werden. Die Messung ist ab dem 1. Lebenstag durchführbar und kann auch zur ergänzenden Hörschwellenbestimmung beim Kind eingesetzt werden. Wir führen diese Untersuchung z.B. auch bei unklaren Ergebnissen der Otoakustischen Emissionen durch.

Hirnstammaudiometrie (BERA)

Diese neuro-otologische Untersuchung ermöglicht eine Einschätzung des Ausmaßes einer Hörstörung sowie des Entstehungsortes.

Die Hirnstammaudiometrie hilft z.B. angeborenen Hörstörungen dabei, eine frühzeitige Hörgeräte-Versorgung des Säuglings einzuleiten.